Flugplanung als wichtige Aufgabe von Fluggesellschaften
Daniel Junginger, 2019-3-22

Zu den wichtigsten Aufgaben einer Airline gehört es, die Flüge korrekt zu planen. Denn nur dann, wenn die Flüge planungstechnisch harmonieren ist der wirtschaftliche Gewinn gewährleistet. Nur wer ausführlich und angemessen plant, kann den sicheren Transport der Fluggäste in den Flugzeugen sicherstellen. Das Planen hilft dabei, Unfälle zu vermeiden und ermöglicht einen reibungslosen Flugablauf. Weiterhin reduziert sich der Arbeitsaufwand für den Piloten, wenn ein Flug umfassend geplant wurde.

Fluggesellschaften planen den kompletten Ablauf der Flüge

Eine Fluggesellschaft ist gezwungen, sich mit allen Abläufen eines Fluges planerisch auseinander zu setzen. Grundsätzlich besteht die Flugplanung aus den folgenden fünf Schritten:

Planung der Flugstrecke und des benötigten Treibstoffs für die Route: Der erste Schritt der Flugplanung besteht in dem Festlegen der vorgesehenen Strecke. Hierbei berechnen die Airlines den Streckenverlauf, die Flughöhe und die damit verbundenen Geschwindigkeiten. Die Fluggesellschaften greifen hierfür oftmals auf eine spezielle Karte zurück, die topografische und geografische Besonderheiten verzeichnet. Auch die meteorologischen Bedingungen müssen bei der Flugplanung berücksichtigt werden. Um den Treibstoff zu berechnen, ermittelt die Airline vorab die zeitliche Distanz zwischen Start- und Zielflughafen.

Benötigter Treibstoff für die Flugplanung:

Hinsichtlich der Treibstoffplanung unterteilt eine Airline den benötigten Treibstoff in fünf Abschnitte auf. Den sogenannten Taxi Fuel benötigt eine Fluggesellschaft, um das Flugzeug ins Rollen zu bringen. Für den Flug an sich ist der Trip Fuel vorgesehen, um das Ziel innerhalb der geplanten Zeit zu erreichen. Weiterhin wird ein Reservetreibstoff mitgeführt, der rund fünf Prozent des ursprünglichen Treibstoffs beträgt. Für den Fall, dass das Flugzeug gezwungen ist, einen alternativen Flughafen anzusteuern, führt der Pilot ebenfalls eine extra Treibstoffreserve mit.

Masse und Schwerpunkt berechnen: Der Schwerpunkt eines Flugzeugs ist ein wesentlicher Bestandteil der Flugplanung. Sobald er zu weit nach vorn oder nach hinten gelagert ist, kann ein Flugzeug nicht korrekt starten. Es ist also erforderlich, die Passagiere genau auf die zur Verfügung stehenden Plätze aufzuteilen. Neben den Schwerpunktlimitationen gilt es bei der Planung der Flüge die individuellen Maximalmassen zu beachten. Eine Fluggesellschaft darf diese maximale Belastung unter keinen Umständen überschreiten, da sie durch die ansonsten auftretende Überbelastung die Struktur des Beförderungsmittels massgeblich schädigt.

Wetterbedingungen: Nicht immer kann eine Fluggesellschaft das Wetter Wochen im Voraus exakt bestimmen. Doch sie weiss über die individuellen Wetterlagen und Besonderheiten der jeweiligen Länder und Regionen Bescheid. Hierbei obliegt dem Piloten eine gewisse planerische, aber auch spontane Verantwortung. Oftmals muss dieser während des Fluges umplanen, falls es zu einem starken Unwetter kommt. In diesem Zusammenhang berechnet eine Fluggesellschaft für die Flugstrecke die auftretenden Winde mithilfe der sogenannten Wind Correction Angle.

Einplanen von Ausweichflughäfen: Es ist für eine Airline unerlässlich, für einen eintretenden Notfall einen oder mehrere Ausweichflughäfen einzuplanen. Dieser Ausweichflughafen wird dann angeflogen, wenn der ursprüngliche Flughafen aufgrund von schlechten Wetterbedingungen oder technischen Defekten nicht wie geplant angeflogen werden kann.

Abschliessende Prozesse der Flugplanung

Sobald alle wichtigen Daten errechnet sind, werden diese in den sogenannten Operational Flight Plan, der oftmals bis zu 30 Seiten umfasst, dokumentiert und eingetragen. Für jeden Flug gibt es gemäss der EU-OPS 1.1060 – einem von der europäischen Luftfahrtbehörde kontrolliertem Werk für regulierende Luftfahrt – einen eigenen individuellen Plan. Dieser hält nach dem europäischen Recht die Sicherheitsstandards für Flüge im europäischen Luftraum ein.