Der Flugmodus und sein Zweck im modernen Flugverkehr
Mirko Stocker, 2019-4-26

Während des gesamten Fluges sind die Passagiere verpflichtet, ihre Mobiltelefone in den dafür vorgesehenen Flugmodus umzuschalten. Für viele ist dieser Vorgang inzwischen so routinemässig, dass er nicht hinterfragt wird. Doch manche Fluggäste fragen sich, was eigentlich passiert, wenn sie ihr Mobiltelefon absichtlich oder versehentlich nicht wie vorgesehen in den Flugmodus umstellen.

Unterschied zwischen Flugmodus und „Normalmodus“

Der Flugmodus trägt seinen Namen aufgrund seines Anwendungszwecks. Er deaktiviert während des Fluges alle Verbindungen zur Aussenwelt. Dies schliesst alle Wlan-Verbindungen, den Mobilfunk sowie NFC und Bluetooth ein. Dem Nutzer bleibt es auf diese Weise erspart, das Handy umständlich ein- und auszuschalten.

Eingeschaltete Handys können zu unerwünschten Zwischenfällen führen

Entgegen aller irreführenden Meldungen stürzt ein Flugzeug nicht ab, nur weil sich ein an Bord befindliches Mobiltelefon nicht im Flugmodus befindet. Doch kann ein eingeschaltetes Smartphone durchaus unerwünschte Zwischenfälle hervorrufen. In erster Linie bekommt dies der Pilot zu spüren, der die Maschine fliegt. In seinen Kopfhörern entsteht ein unangenehmes Geräusch, wie wenn das eingeschaltete Mobiltelefon einem Lautsprecher zu nahe kommt. Um solche Störungen überhaupt zu verursachen, muss das eingeschaltete Mobiltelefon allerdings in den vordersten Sitzreihen, in direkter Nähe zum Cockpit aufbewahrt werden. Mitunter verursacht manchmal ein eingeschaltetes Mobiltelefon aus der Besatzung das störende Signal.

Besonders die Frequenzen zwischen 800 und 900 Megahertz können die Geräte in den Cockpits auf negative Weise beeinträchtigen. Bei modernen Handys passiert dies eher selten, doch bei älteren Modellen besteht eine erhöhe Störungsgefahr. In niedrigen Flughöhen sind die eingeschalteten Cockpit-Instrumente störungsanfälliger als hoch oben über den Wolken. Aus diesem Grund treten die durch den nicht eingeschalteten Flugmodus hervorgerufenen Störgeräusche beim Piloten grösstenteils nach dem Start oder unmittelbar vor der Landung auf. Notfälle treten in Verbindung mit eingeschalteten Mobiltelefonen selten bis nie auf. Die Besatzung ist darüber hinaus für den unwahrscheinlichen Fall, dass alle Navigationsinstrumente an Bord versagen, ausgebildet und geschult.

Eingeschaltete Handys führen zu hohen Roaminggebühren

Fluggäste haben bei einem eingeschalteten Handy ein anderes Problem: Sie müssen mit hohen Roaminggebühren rechnen. Diese fallen an, sobald sich das Smartphone unwissentlich mit dem Roaming-Netzwerk des Flugzeugs verbindet. Einem Passagier, der von Irland in die Vereinigten Staaten flog, entstanden durch diesen Fauxpas Mehrkosten von über 300 Dollar. Sein zurückgelassenes Handy im Gepäckfach war nicht auf den Flugmodus umgestellt, was zu den immens hohen Gebühren führte. Sein Smartphone stellt per GPRS eine Verbindung zum Netzwerk im Flugzeug her.  

WLAN im Flugzeug ist dank moderner Technik problemlos möglich

Flugpassagiere sind in Punkto Internet im Flugzeug nicht länger auf ihre Smartphones angewiesen. Alle modernen Maschinen sind mit einer Vielzahl von elektronischen Prozessen ausgestattet. Sie bieten den Passagieren die Möglichkeit, trotz eingeschaltetem Flugmodus mit ihren digitalen Geräten im Internet zu surfen.

Fluggesellschaften entscheiden individuell über den Gebrauch von Mobiltelefonen

Es gibt keine gesetzliche Regelung zum Flugmodus auf Mobilfunktelefonen. Vielmehr obliegt es jeder Fluggesellschaft selbst zu bestimmen, ob sie die Mobiltelefone an Bord zulässt oder nicht. Ist der Gebrauch von Mobiltelefonen zulässig, so stellen die Airlines entsprechende Funkzellen im Sitzbereich der Passagiere auf. Sie sorgen dafür, dass die eingeschalteten Geräte keine elektromagnetischen Störungen im Cockpit auslösen.