Was mit ins Handgepäck darf – und was nicht
Daniel Bleuer, 2019-5-1

Jeder Passagier stellt sich vor dem Flug die Frage, welche Gegenstände er im Zweifelsfall im Flugzeug transportieren darf und welche nicht. Es gibt hinsichtlich der „erlaubten“ Gegenstände im Handgepäck klare Richtlinien zu beachten. Doch hat das zuständige Sicherheitspersonal, das am Flughafen für die Abfertigung der Fluggäste zuständig ist, dahingehend das letzte Wort.

Welche Gepäckstücke als Handgepäck zählen

Ein Handgepäckstück muss kleiner sein als der Koffer oder die Reisetasche, die im Frachtraum untergebracht und beim Check-in abgegeben werden. Üblicherweise darf die Tasche oder der Koffer nicht grösser als 55 x 40 x 20 cm sein. In Ausnahmefällen gestatteten manche Fluglinien, ein oder mehrere zusätzliche Gepäckstücke mit an Bord zu nehmen. So erlauben die Fluggesellschaften Air France und British Airways ein zusätzliches Gepäckstück, während die Lufthansa und SAS die Mitnahme einer zusätzlichen Tasche erlauben. Condor und Iberia gestatten es, einen zusätzlichen Gegenstand mit an Bord zu transportieren.

Wer die angegebenen Handgepäck-Masse überschreitet, muss das Gepäck meistens als zusätzliches Aufgabegepäck nachträglich abgeben.

Diese Gegenstände sind im Handgepäck erlaubt

  • Notebooks und Laptops
  • Smartphones und Tablets (Ausnahme: Condor verbietet die Mitnahme des Smartphones Samsung Galaxy Note 7 aufgrund von vermehrten Akku-Bränden in der Vergangenheit)
  • E-Books und MP3 Player
  • Kameras, Ladekabel und Powerbanks (mit weniger als 100Wh)
  • Taschenlampen, Streichhölzer und Energiesparlampen
  • Kinderspielzeug
  • Krücken und Gehhilfen
  • Lebensmittel und Babynahrung
  • Notwendige Medikamente
  • Spritzen (bei vorliegender ärztlicher Verordnung)
  • Kosmetikartikel und andere Dinge des täglichen Bedarfs
  • Einkäufe aus dem Duty Free Bereich

Die nachfolgenden Gegenstände sind im Handgepäck verboten

  • Alle Arten von Waffen und waffenähnlichen Gegenständen – darunter fallen auch Pfeffersprays oder Spielzeugpistolen
  • Explosive Gegenstände
  • Spitze Gegenstände (darunter Rasierer, Nagelfeilen, Scheren und Taschenmesser
  • Flüssigkeiten mit mehr als 100ml
  • Freizeit- und Sportgeräte
  • Werkzeug
  • Bestimmte Lebensmittel wie Kartoffeln, Stör-Kaviar und Wildpilze
  • Bestimmte grosse Musikinstrumente – hier gibt es aber keine gesetzlichen allgemeinen Regelungen
  • Tiere, die schwerer als acht Kilogramm sind
  • Stricknadeln
  • Chemische und andere toxische Substanzen

Diese Gegenstände sollten immer im Handgepäck untergebracht sein

  • Geld
  • Schlüssel
  • Reisepass
  • Flugtickets

Was Passagiere tun können, die einen unerlaubten Gegenstand im Handgepäck haben

Es kommt immer wieder vor, dass ein Passagier versehentlich einen verbotenen Gegenstand im Handgepäck mit sich führt. Wird dieser von der Sicherheitskontrolle entdeckt, bleiben dem Passagier mehrere Möglichkeiten. Er kann den Gegenstand, wenn dieser nicht so wertvoll ist, wegwerfen und neu kaufen. Es steht ihm aber auch frei, den Gegenstand mit der Post in die Heimat zu schicken, ihm einer anderen Begleitperson, die nicht mitfliegt, mitzugeben oder diesen direkt am Flughafen zurücklegen zu lassen.

Hilfreiche Tipps und Tricks für den Transport des Handgepäcks

Mit einigen Tipps und Tricks können Passagiere dem Ärger am Flughafen, der durch ein falsch gepacktes Handgepäck entsteht, von vornherein umgehen. Es kann beispielsweise hilfreich sein, schon beim Kofferkauf die zugelassenen Masse zu beachten. Es bietet sich ausserdem an, das Gepäckstück vor der Reise zu wiegen und abzumessen, um auf Nummer sicher zu gehen. Beim Packen hat es sich bewährt, die schweren Gegenstände nach unten und die leicht beweglichen nach oben zu packen. Wer wertvollen Platz im Handgepäck sparen möchte, kann beispielsweise die darin untergebrachte Kleidung vor dem Abflug anziehen.