Wie Airlines mit den Sitzklassen im Flugzeug ihr Geld verdienen
Daniel Bleuer, 2019-3-18

Die Beförderungsklassen einer Airline haben die Funktion, den unterschiedlichen Bedürfnissen der Fahrgäste Rechnung zu tragen. Die Sitzklassen verfügen jeweils über unterschiedliche Serviceleistungen. Grundsätzlich reisen die Passagiere entweder in der Business- oder in der Economy-Class. Dennoch gibt es gravierende Unterschiede bei den sogenannten Zwischenklassen. Die hohen Umsätze fahren Airlines nicht durch die Economy-Class ein – sondern mit der Premium-Class und mit zusätzlichen Serviceleistungen.

Passagiere der Premium- und Business-Class bringen mehr Einnahmen als alle Economy-Sitzplätze zusammen

Grundsätzlich verzeichnet eine Airline mit den Business- und den First-Class Plätzen die doppelten bis zu dreifachen Umsätze der Economy-Class. Das bedeutet, dass ein Bruchteil der Passagiere massgeblich den Umsatz einer Airline mitgestaltet. Aus diesem Grund gehen viele Airlines dazu über, sich auf die First-, Business- und Premium-Economy-Class zu konzentrieren. Als Beispiele sind hier die Singapore, Lufthansa oder Austrian sowie neu die Swiss zu nennen, die bereits solche Premium Economy Sitzplätze eingeführt haben bzw. Im Falle der Swiss in den nächsten Jahren einführen werden.

Die Abstufungen sind als Folge eines langen historischen Prozesses in der Luftfahrt anzusehen. Im beginnenden 20. Jahrhundert gab es keine Sitzklassen, da das Fliegen als solches bereits als purer Luxus galt. Die weitere Entwicklung der Sitzklassen ist eng an die Kommerzialisierung des Flugverkehrs geknüpft. Heutzutage kann sich nahezu Jedermann ein Flugticket leisten. Die Nachfrage ist also massiv angestiegen, womit sich die wirtschaftliche Situation ändert. Interessanterweise verkaufen die Airlines dieselbe „Dienstleistung“ – die Beförderung in einem Flugzeug auf einem reservierten Sitzplatz – zu unterschiedlichen Preisen.

First-Class bringt seit einigen Jahren kaum noch Einnahmen

Bei Experten gilt die First-Class inzwischen eher als Auslaufmodell. Die Airlines machen mit der First-Class mittlerweile wenig Umsatz. Denn eine geringe Anzahl der Kunden ist noch dazu bereit, für einen wenige Stunden andauernden Flug einen so teuren Preis zu bezahlen. Vielmehr fliegen sie in der Business-Class mit, die beinahe so viel Komfort bietet wie die erste Klasse. Für die Economy-Gäste dürfte es in den kommenden Jahren noch enger werden. Denn die Airlines suchen immer öfter nach Mitteln und Wegen, um die luxuriösen Kabinen in der Business-Class auszubauen.

Mit Meilenprogrammen verdienen Airlines das meiste Geld

Die renommierten Airlines generieren mit ihren individuellen Meilenprogrammen inzwischen hohe Einnahmesummen. Das Prinzip dahinter ist einfach: Wer viel und teuer fliegt, sammelt Bonuspunkte. Die Mehrflüge bringen den Kunden langfristig betrachtet gratis Flüge und bessere Serviceleistungen ein. Doch durchschnittlich 17 Prozent der „Meilensammler“ lassen ihre Punkte verfallen, was der jeweiligen Airline finanziell in die Karten spielt. Auch unter dem Strich gerechnet nutzen die Bonusmeilen vor allem der Airline. Ein Kunde müsste bei manchen Bonusprogrammen rund Euro 10‘000 verfliegen, ehe er überhaupt ein Gratisticket erhalten würde.

„Billig“-Airlines verdienen mit zusätzlichen Leistungen Geld

Vor allem die Low Cost-Airlines zeigen sich sehr erfinderisch, wenn es um zusätzliche Einnahmen geht. Sie bitten die Passagiere für alle Leistungen, die über den eigentlichen Flug hinausgehen, teuer zur Kasse. Ob für das Gepäck, zusätzliche Mahlzeiten oder eine Sitzplatzreservierung: nahezu jeder zehnte Euro erwirtschaften die europäischen Airlines mit ihren zusätzlichen Servicedienstleistungen. Die wichtigste zusätzliche Einnahmequelle ist dabei nach wie vor der extra verrechnete Gepäcktransport.

Die Airlines werden in Zukunft diese Entwicklung weitertragen. Teilweise wird in der Flugbranche bei den Billig-Airlines bereits diskutiert, Gratissitzplätze anzubieten und das Geld anderweitig, bspw. mit Werbung während dem Flug, zu generieren. LegalFly wird solche Trends genau verfolgen und Dich gerne informieren, sobald sich neue Angebote der Airlines etablieren werden.